Hauptfiguren
Anneke Richter und Nicole Müller, gelernte Bauzeichnerin und studierte Verwaltungswissenschaftlerin, sind die Ankerfrauen in HEIMAT BEWEGEN – EIN HARZRAND-FILM (AT). Ihre zahlreichen Initiativen geben dem Film seinen Rhythmus.
In einer ersten Phase gründen sie mit großer Begeisterung Schulprojekte, Altentreffen, Stammtische, ziehen Handwerker, Künstlerinnen, Puppenspieler auf den Hof. Es entwickelt sich ein Alltag voller Herausforderungen, Begegnungen, auch voller komischer Situationen.
Solange bis sich Rückschläge einstellen, die das ganze Unternehmen in Frage stellen. Die beiden Frauen verzweifeln darüber nicht. In einer zweiten Phase zeigen sie ihre hartnäckige, unerschrockene Seite. Sie bleiben auf dem Hof und stellen fast verwundert fest: Ihr Projekt heimatBEWEGEN wird zunehmend wahrgenommen, von den Menschen in Ballenstedt und in der Region, schließlich von Institutionen und Stiftungen im ganzen Land.
Eberhard Happich hat nie den Kontakt nach Ballenstedt verloren, für ihn, für seine acht Geschwister bleibt die Stadt, bleibt der Harz Heimat. Seine zwei Söhne, seine 27 Nichten und Neffen sind im Westen sozialisiert, aber alle verbindet eine leise Sehnsucht nach Ballenstedt. Eberhard fährt schließlich noch einmal auf den Hof und erzählt einem der Neffen endlich seine ganze Geschichte, vor der Kamera, mit 92 Jahren. Seine Erinnerungen sind gestochen scharf. Über sie gewinnt Eberhard Happich zunehmend an Kontur. Als Bauer musste er „durchhalten“, und andere ermutigen. In Stasi-Haft („Roter Ochse“ in Halle) hat er darum gekämpft, den eigenen Mut nicht zu verlieren.
Die äußeren Umstände, die Lebenswege von Anneke Richter und Nicole Müller auf der einen und Eberhard Happich auf der anderen Seite sind nicht vergleichbar, aber - ist es ihre Hartnäckigkeit? Ihre Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen Herausforderungen anzunehmen? Und gleichzeitig das Ziel zu bewahren, in der Heimat etwas zu bewegen, so gut das geht?
Uli Patzwahl ist dieser Neffe mit Kamera, Filmemacher beim NDR, Autor von mehr als 60 Reportagen und Dokumentationen. Er ist der dokumentarische Beobachter in diesem Film, aber manchmal auch der Neffe, der Wessi, das Kind, das in einer kurzen Zeitspanne jeden Sommer in Ballenstedt war.