Heimat bewegen

Ein Harzrand-Film (AT-Arbeitstitel)

Ein vergessener historischer Hof in einer kleinen Stadt am Harzrand. Er wird zweimal – Im Abstand von 70 Jahren – zur Kulisse für Aufbruch und Neuanfang. Davon erzählt dieser Film.

Geschichte

1947 übernimmt der Abiturient Eberhard Happich als Bauer ohne Vorkenntnisse den verlassenen Ballenstedter Stadthof; Geschwister und Familie sollen genug zu essen haben. Der Hof gedeiht und soll nach zehn Jahren Teil einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenosenschaft werden. Eberhard wehrt sich, wird 1958 verhaftet und kommt ins Gefängnis. Als er 1960 nach Ballenstedt zurückkommt, ist der Hof enteignet, Eberhard flieht in den Westen.

2017 trifft sich eine Gruppe Ballenstedter Frauen. Sie haben in Hamburg, Göttingen, Nürnberg, gelernt, studiert, gearbeitet. Eigentlich wollen sie sich aber in ihrer Stadt, in Ballenstedt, engagieren und hier dazu beitragen, dass sich die Arbeits- und Lebensverhältnisse ändern, verbessern. Sie gründen einen Verein, "heimatBEWEGEN", und sie finden einen Ort, das "Gut Ziegenberg" - der verlassene Happich-Hof.

Hauptfiguren

Anneke Richter und Nicole Müller, gelernte Bauzeichnerin und studierte Verwaltungswissenschaftlerin, sind die Ankerfrauen in HEIMAT BEWEGEN – EIN HARZRAND-FILM (AT). Ihre zahlreichen Initiativen geben dem Film seinen Rhythmus.


In einer ersten Phase gründen sie mit großer Begeisterung Schulprojekte, Altentreffen, Stammtische, ziehen Handwerker, Künstlerinnen, Puppenspieler auf den Hof. Es entwickelt sich ein Alltag voller Herausforderungen, Begegnungen, auch voller komischer Situationen.

Solange bis sich Rückschläge einstellen, die das ganze Unternehmen in Frage stellen. Die beiden Frauen verzweifeln darüber nicht. In einer zweiten Phase zeigen sie ihre hartnäckige, unerschrockene Seite. Sie bleiben auf dem Hof und stellen fast verwundert fest: Ihr Projekt heimatBEWEGEN wird zunehmend wahrgenommen, von den Menschen in Ballenstedt und in der Region, schließlich von Institutionen und Stiftungen im ganzen Land.

Eberhard Happich hat nie den Kontakt nach Ballenstedt verloren, für ihn, für seine acht Geschwister bleibt die Stadt, bleibt der Harz Heimat. Seine zwei Söhne, seine 27 Nichten und Neffen sind im Westen sozialisiert, aber alle verbindet eine leise Sehnsucht nach Ballenstedt. Eberhard fährt schließlich noch einmal auf den Hof und erzählt einem der Neffen endlich seine ganze Geschichte, vor der Kamera, mit 92 Jahren. Seine Erinnerungen sind gestochen scharf. Über sie gewinnt Eberhard Happich zunehmend an Kontur. Als Bauer musste er „durchhalten“, und andere ermutigen. In Stasi-Haft („Roter Ochse“ in Halle) hat er darum gekämpft, den eigenen Mut nicht zu verlieren.

Die äußeren Umstände, die Lebenswege von Anneke Richter und Nicole Müller auf der einen und Eberhard Happich auf der anderen Seite sind nicht vergleichbar, aber - ist es ihre Hartnäckigkeit? Ihre Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen Herausforderungen anzunehmen? Und gleichzeitig das Ziel zu bewahren, in der Heimat etwas zu bewegen, so gut das geht?

Uli Patzwahl ist dieser Neffe mit Kamera, Filmemacher beim NDR, Autor von mehr als 60 Reportagen und Dokumentationen. Er ist der dokumentarische Beobachter in diesem Film, aber manchmal auch der Neffe, der Wessi, das Kind, das in einer kurzen Zeitspanne jeden Sommer in Ballenstedt war.

Ort

Das Gut Ziegenberg, der Happich-Hof ist Kern-Ort des Films. 1991 bekommt ihn die Familie zurück. Das Wohngebäude von 1685 ist intakt, die Wirtschaftsgebäude verfallen. Weder die Happichs, noch der Verein heimatBEWEGEN, der den Hof in diesem Zustand gegen eine symbolische Pacht übernimmt, haben die Mittel, ihn zu sanieren. Aber Anneke Richter und Nicole Müller geben ihm wieder eine Aufgabe.

Über den Hof weitet sich der Blick von heimatBEWEGEN. Es gibt noch mehr "Lost Places" in Ballenstedt, von der ehemaligen Diskothek "Mirage" bis zur überregional bedeutenden, über Nacht geschlossenen Lungenklinik. Was kann heimatBEWEGEN in Ballenstedt noch bewegen? Der Film begleitet Anneke Richter und Nicole Müller bei ihren wachsenden Aufgaben - und manchmal auch bei ihren Wanderungen in der "größeren" Heimat, im Harz.

Erzählweise

Der Film verknüpft zwei rote Fäden miteinander, die Rückbesinnung, die Heimat-Erinnerung von Eberhard Happich, und den Aufbruch, die Neuverhandlung dieser Heimat durch die beiden Frauen von heimatBEWEGEN.

Anneke Richter und Nicole Müller kommt dabei zwangsläufig der größere Anteil zu; der Ausgang ihres Tuns ist - im Kleinen wie im Großen - offen, ihre Aktionen werden oft in Reportageform begleitet. Die Geschichte von Eberhard Happich ist, trotz aller Fotos, trotz der auch mit ihm erlebten Alltagssituationen, abgeschlossen. Im Interview reflektiert Eberhard das vor vielen Jahren Erlebte.

Wegen dieser unterschiedlichen Positionen, aber z.B. auch weil die Protagonisten sich im Film begegnen, wird eine starre Parallelerzählung vermieden.

Über Uli Patzwahl, Beobachter und manchmal Erzähler, entsteht eine Art Schnittstelle, eine dritte Ebene im Film.

Der Tonfall ist bei allem ernsten Interesse beiläufig, nicht erklärend, die Erzählweise soll unterhaltsam, sie muss respektvoll sein.

Filmende

Dem Film fehlt, Stand 2026, das Filmende. Dieses Filmende muss deutlich machen, in welche Richtung sich der Hof und heimatBEWEGEN entwickeln, welche Perspektive sie haben. Folgende Szenarios sind möglich:

  • Die Eigentümer (Knut und Andreas Happich) überführen den Hof und ihre Rechte in eine gemeinwohlorientierte Trägerschaft, etwa eine Stiftung. So könnten Fördermittel für eine Restaurierung gewonnen werden - und eine langfristige Perspektive für heimatBEWEGEN.

  • Eine Übergabe des Hofs in eine gemeinnützige Stiftung kommt nicht zustande, Anneke Richter und Nicole Müller finden ein anderes Objekt für ihr mittlerweile gut etabliertes Engagement und erreichen eine neue Stufe. - Der Hof fällt zurück in seinen Dornröschenschlaf und verfällt weiter.

  • Mangels Perspektive (aus privaten, gesundheitlichen, vielleicht sogar politischen Gründen) beenden Anneke Richter und Nicole Müller ihr Engagement. Die Eigentümer (K. und A. Happich) entschließen sich, die Immobilie Gut Ziegenberg am Markt zu verkaufen.

Mit einer eindeutigen Entwicklung ist spätestens im Jahr 2027 zu rechnen.

Relevanz

In HEIMAT BEWEGEN – EIN HARZRAND-FILM (AT) wird der Hof, das Gut Ziegenberg zum Brennglas für größere Themen in Ostdeutschland.

Anneke Richter und Nicole Müller stehen für Bürgersinn und Ehrenamt, für den Neuanfang, für die Zukunftssuche im ländlichen Raum. Es geht für sie aber auch um das Wiederfinden eines verlorenen Ortes ("lost place"), um engagiertes Handeln in Zeiten von Umbrüchen und politisch-gesellschaftlicher Verunsicherung.

Mit der Familie Happich bekommt der Film eine historische Dimension, von der Ballenstedter Baugeschichte (der Hof, seine Gebäude) über die deutsche zur DDR-, bis hin zur deutsch-deutschen Geschichte.

Filmemacher Uli Patzwahl sucht nach Verbindungen zwischen diesen Geschichten und ihren Protagonisten, über die Generationen, über alle Unterschiede, alle historischen und gesellschaftlichen Verwerfungen hinweg. Die Menschen in diesem Film, das ist Ulis Vermutung, haben ein und dasselbe Anliegen: hier in Ballenstedt etwas wagen und gestalten - Heimat bewegen.

Stand der Dreharbeiten Anfang 2026

Seit Mai 2022 begleitet Uli Patzwahl die Initiative heimatBEWEGEN und besucht mit der Kamera Eberhard Happich in Ballenstedt und Soest. Mit weiteren Drehs im Harz, in Berlin, in Hannover (mit Knut und Andreas Happich, Neffen v. Eberhard Happich u. jetzige Eigentümer des Hofes).

Finanzierung der Fertigstellung

Aus einer mehrjährigen filmischen Begleitung, aus über 40 Drehtagen soll ein 80-100minütiger Dokumentarfilm entstehen.
Benötigt werden dafür rund 
50.000 €.

  • 15 % dieser Summe entfallen auf die restlichen Dreharbeiten und Abschlussinterviews
  • 25 % auf die Schnittvorbereitung
  • 45 % auf Schnitt, Farbkorrektur, Bildendfertigung
  • 15 % auf Tonmischung und Sprachaufnahme

Kontakt

Uli Patzwahl
hello(at)heimat-bewegen-ein-film.de

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